DVO-NJagdG,NI - Durchführungsverordnung-Niedersächsisches Jagdgesetz

Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes (DVO-NJagdG)

Bibliographie

Titel
Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes (DVO-NJagdG)
Amtliche Abkürzung
DVO-NJagdG
Normtyp
Rechtsverordnung
Normgeber
Niedersachsen
Gliederungs-Nr.
79200

Vom 23. Mai 2008 (Nds. GVBl. S. 194 - VORIS 79200 -)

Zuletzt geändert durch Verordnung vom 18. Januar 2021 (Nds. GVBl. S. 24)

Aufgrund des § 26 Abs. 1 Nr. 1 und des § 34 Nr. 2 des Niedersächsischen Jagdgesetzes vom 16. März 2001 (Nds. GVBl. S. 100), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 13. Dezember 2007 (Nds. GVBl. S. 708), wird verordnet:

Redaktionelle Inhaltsübersicht§§
Einschränkungen sachlicher Verbote1
Jagdzeiten für nach Landesrecht jagdbare Tierarten2
Jagdzeiten für nach Bundesrecht jagdbare Tierarten3
Jagd während wildartenspezifischer Setzzeiten4
Schutzvorrichtungen zur Vermeidung von Wildschäden5
Inkrafttreten6
Anlage

§ 1 DVO-NJagdG - Einschränkungen sachlicher Verbote

Bibliographie

Titel
Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes (DVO-NJagdG)
Amtliche Abkürzung
DVO-NJagdG
Normtyp
Rechtsverordnung
Normgeber
Niedersachsen
Gliederungs-Nr.
79200

(1) 1Schwarzwild darf

  1. 1.

    in der Falle entgegen § 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b des Bundesjagdgesetzes unter Verwendung von Büchsenpatronen mit einem Kaliber ab 5,6 mm und einer Mündungsenergie von mindestens 400 Joule durch Kopfschuss und

  2. 2.

    entgegen § 19 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a des Bundesjagdgesetzes unter Verwendung

    1. a)

      von künstlichen Lichtquellen und von Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, die jeweils nicht für Schusswaffen bestimmt sind, sowie

    2. b)

      von Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen für Zielhilfsmittel (zum Beispiel Zielfernrohre), die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schusswaffen bestimmt sind,

erlegt werden. 2Waffenrechtliche Vorschriften bleiben unberührt.

(2) Entgegen § 19 Abs. 1 Nr. 11 des Bundesjagdgesetzes darf Wild

  1. 1.

    von einer Ansitzeinrichtung, die auf der Ladefläche eines Kraftfahrzeuges oder eines angekoppelten Anhängers befestigt ist und das Dach des Fahrerhauses um mindestens 0,5 m überragt, und

  2. 2.

    von einem landwirtschaftlichen Anhänger

erlegt werden, wenn das Fahrzeug während der Jagdausübung steht und das Fahrerhaus nicht besetzt ist.

(3) In gefährdeten Gebieten nach § 14d Abs. 2 der Schweinepest-Verordnung in der Fassung vom 16. Dezember 2018 (BGBl. I S. 2594) darf entgegen

  1. 1.

    § 19 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesjagdgesetzes mit Schrot mit einem Durchmesser von mindestens 3 mm aus einer Entfernung von höchstens 30 m auf gestreifte Frischlinge geschossen werden und

  2. 2.

    § 19 Abs. 1 Nr. 10 des Bundesjagdgesetzes Schwarzwild in Notzeiten in einem Umkreis von weniger als 200 m von Fütterungen erlegt werden.

§ 2 DVO-NJagdG - Jagdzeiten für nach Landesrecht jagdbare Tierarten

Bibliographie

Titel
Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes (DVO-NJagdG)
Amtliche Abkürzung
DVO-NJagdG
Normtyp
Rechtsverordnung
Normgeber
Niedersachsen
Gliederungs-Nr.
79200

Für das nachstehend genannte Wild gelten die folgenden Jagdzeiten:

1.Waschbären
jedoch für Jungwaschbären
16. Juli bis 31. März,
ganzjährig,
2.Marderhunde
jedoch für Jungmarderhunde
1. September bis 28. Februar,
ganzjährig,
3.Minks
jedoch für Jungminks
1. August bis 28. Februar,
ganzjährig,
4.Nutriasganzjährig,
5.Rabenkrähen1. August bis 20. Februar,
6.Elstern1. August bis 28. Februar,
7.Nilgänse16. Juli bis 15. Januar.

§ 3 DVO-NJagdG - Jagdzeiten für nach Bundesrecht jagdbare Tierarten

Bibliographie

Titel
Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes (DVO-NJagdG)
Amtliche Abkürzung
DVO-NJagdG
Normtyp
Rechtsverordnung
Normgeber
Niedersachsen
Gliederungs-Nr.
79200

(1) Für das nachstehend genannte Wild gelten abweichend von der Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 (BGBl. I S. 531), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 7. März 2018 (BGBl. I S. 226), die folgenden Jagdzeiten:

1.Rotwild
a)Kälber1. August bis 31. Januar,
b)Schmaltiere, Schmalspießer1. April bis 15. Mai und 1. August bis 31. Januar,
2.Damwild
a)Kälber1. September bis 31. Januar,
b)Schmaltiere, Schmalspießer1. April bis 15. Mai und 1. August bis 31. Januar,
c)Hirsche1. August bis 31. Januar,
3.Sikawild
a)Kälber1. September bis 31. Januar,
b)Schmaltiere, Schmalspießer, Hirsche1. August bis 31. Januar,
4.Rehwild
a)Kitze1. September bis 31. Januar,
b)Schmalrehe1. April bis 15. Mai und 1. September bis 31. Januar,
c)Rehböcke1. April bis 31. Januar,
5.Feldhasen 1. Oktober bis 31. Dezember,
6.Wildkaninchen, ausgenommen Jungkaninchen 1. Oktober bis 15. Februar,
7.Dachse 1. August bis 31. Januar, jedoch für Jungdachse ganzjährig,
8.Füchse, ausgenommen Jungfüchse 16. Juni bis 28. Februar,
9.Steinmarder und Baummarder16. September bis 28. Februar,
10.Rebhühner16. September bis 30. November,
11.Ringeltauben
a) Alttauben20. August bis 31. März
mit der Maßgabe, dass die Jagd vom 20. August bis 31. Oktober und vom 21. Februar bis 31. März nur zur Schadensabwehr und nur auf Alttauben ausgeübt werden darf, die in Trupps auf Ackerland oder auf Neueinsaaten von Grünland oder Baumschulkulturen einfallen,
b) Jungtaubenganzjährig
mit der Maßgabe, dass die Jagd vom 21. Februar bis 31. März nur zur Schadensabwehr und nur auf Jungtauben ausgeübt werden darf, die in Trupps auf Ackerland oder auf Neueinsaaten von Grünland oder Baumschulkulturen einfallen,
12.Türkentauben1. November bis 31. Dezember,
13.Höckerschwäne1. November bis 20. Februar,
abweichend davon in den in der Anlage genannten Vogelschutzgebieten
1. November bis 30. November,
jeweils mit der Maßgabe, dass die Jagd nur zur Schadensabwehr und nur auf Höckerschwäne ausgeübt werden darf, die in Trupps auf Ackerland oder Neueinsaaten von Grünland einfallen,
14.Graugänse16. Juli bis 15. Januar,
abweichend davon in den in der Anlage genannten Vogelschutzgebieten
16. Juli bis 30. November,
15.Kanadagänse16. Juli bis 15. Januar,
abweichend davon in den in der Anlage genannten Vogelschutzgebieten
16. Juli bis 30. November,
16.Nonnengänse1. August bis 15. Januar,
mit der Maßgabe, dass eine artenschutzrechtliche Ausnahmezulassung nach § 45 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes vorliegt und
a)in der Zeit vom 1. August bis 31. Oktober der Abschuss nur auf Grundlage einer von der Jagdbehörde festgelegten Anzahl von Abschüssen erfolgen darf,
b)in der Zeit vom 1. November bis 15. Januar der Abschuss in den Landkreisen Aurich, Cuxhaven, Emden, Friesland, Leer, Stade, Wesermarsch und Wittmund nur außerhalb von europäischen Vogelschutzgebieten, nur zur Schadensabwehr auf gefährdeten Acker- und Grünlandkulturen und nur nach Feststellung der Notwendigkeit des Abschusses zur Abwehr erheblicher Schäden auf Grünlandkulturen durch eine Sachverständige oder einen Sachverständigen, die oder der von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für den Bereich Landwirtschaft öffentlich bestellt worden ist, oder durch ein Gremium mit gleichwertiger Sachkunde erfolgen darf,
17.Waldschnepfen16. Oktober bis 31. Dezember.

(2) Für das nachstehend genannte Wild gelten abweichend von der Verordnung über die Jagdzeiten keine Jagdzeiten:

  1. 1.

    Mauswiesel,

  2. 2.

    Wildtruthähne und Wildtruthennen,

  3. 3.

    Bläss-, Saat- und Ringelgänse,

  4. 4.

    Spieß-, Berg-, Reiher-, Tafel-, Samt- und Trauerenten,

  5. 5.

    Lach-, Sturm-, Mantel- und Heringsmöwen.

§ 4 DVO-NJagdG - Jagd während wildartenspezifischer Setzzeiten

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Titel
Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes (DVO-NJagdG)
Amtliche Abkürzung
DVO-NJagdG
Normtyp
Rechtsverordnung
Normgeber
Niedersachsen
Gliederungs-Nr.
79200

(1) Die Setzzeit von Schwarzwild dauert so lange, wie die Frischlinge der Bache Streifen tragen.

(2) In den gefährdeten Gebieten nach § 14d Abs. 2 der Schweinepest-Verordnung dürfen entgegen § 22 Abs. 4 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes auch Bachen gejagt werden, deren Frischlinge Streifen tragen.